Brey­mai­er: "Die SPD steht für so­li­da­ri­sche Lö­sun­gen"

Brey­mai­er: „Die SPD steht für so­li­da­ri­sche Lö­sun­gen“

In der Schwäbischen Zeitung Laupheim berichtete Roland Ray am 18. November:

Laupheim - Leni Breymaier spricht Klartext: Eine "dermaßene Klatsche" habe die SPD bei der Landtagswahl im März gefangen, räumt die neue Landesvorsitzende ein. Jetzt gleiche die Partei einem vom Sturm gerupften Baum, der aber tief wurzele - "im nächsten Frühjahr sprießt er wieder". Breymaier vermittelt Aufbruchstimmung. Beim Politischen Martini der Genossen am Mittwoch in Laupheim kam das gut an.

Soziale Gerechtigkeit ist das Thema der erprobten Gewerkschafterin. Die SPD sei für all jene zuständig, die sich nicht auf ihrem Vermögen ausruhen können, sagt sie vor vollem Haus im "Gartenheim" und bricht eine Lanze für die Bürgerversicherung ("wir sollten wieder darüber reden") und bezahlbaren Wohnraum. Die gesetzliche Rentenversicherung gelte es zu verteidigen. "Wir müssen schauen, dass die Leute gesund sind und durchhalten bis 63, 65 oder 67." Dazu brauche es Gesundheitserziehung schon in der Schule und später im Betrieb. Es gebe keinen Konflikt zwischen Jung und Alt, Frau und Mann, Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigten. "Der einzige Konflikt, den wir haben, heißt Reich gegen Arm. Den müssen wir klären, auch in der Rentenfrage."

Die Digitalisierung der Arbeit berge nicht nur Chancen, sondern auch Risiken, sagt Breymaier - "wenn wir nicht aufpassen, wird es noch ein paar Superreiche mehr geben und die Gefahr von Massenarmut". Dieses Thema gehöre sorgfältig beleuchtet , "das zu besprechen ist höchste sozialdemokratische Aufgabe".

Auffanglinie nach unten

8,84 Euro Mindestlohn reichten nicht, um gut zu leben und eine gute Altersversorgung aufzubauen, antwortet Breymaier auf eine Frage aus dem Publikum. Vor der Reform seien freilich oft nur vier oder fünf Euro gezahlt worden. Ergo: "Der Mindestlohn ist eine Auffanglinie nach unten. Lasst uns die Dinge weiterentwickeln." Ein "Dreiklang" aus sozialer Gerechtigkeit, intakter Umwelt und Frieden müsse das Ziel sein, sagt die gebürtige Ulmerin und empfiehlt: "Wir müssen an allen diesen Themen arbeiten, weil sie sich wechselseitig bedingen."

Der AfD will Breymaier Einhalt gebieten, "indem wir mehr reden mit den Leuten und die Menschen mit ihren Problemen respektieren". Die SPD stehe für solidarische Lösungen, ohne Ausgrenzung - "das müssen wir klarmachen".

Der Bundestagsabgeordnete Martin Gerster ist verärgert, wie manche Genossen beim Klimaschutzvertrag mit der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks umgegangen sind. "Gerade in der Woche, in der Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde, ein Mann, der den Klimawandel ignoriert, hätte ich mir von Deutschland ein anderes Signal gewünscht als dass in der Bundesregierung diskutiert wird, ob man Hendricks' Plan unterstützt oder nicht." Darüber werde in der Fraktion noch zu reden sein.

Un­er­müd­lich für an­de­re Men­schen da - SPD ehrt beim Politischen Martini Cornelia Mayer und die Awo Laupheim-Schwendi

Für vorbildliches ehrenamtliches Engagement sind Cornelia Mayer (2. von links) und die Arbeiterwohlfahrt Laupheim-Schwendi, vertreten durch Helmut Polzer (3. von links) und Roland Müller, beim Politischen Martini ausgezeichnet worden. Es gratulierten der Kreisvorsitzende Martin Gerster (links) und die Landesvorsitzende Leni Breymaier. Fotos: Laura Fallert

Laupheim - Beim Politischen Martini in Laupheim hat der SPD-Kreisverband Biberach auch dieses Jahr ehrenamtliches Engagement gewürdigt. Für vorbildlichen Einsatz wurden der Ortsverein Laupheim-Schwendi der Arbeiterwohlfahrt und Cornelia Mayer, Vorsitzende der Selbsthilfegruppe für Schlaganfallbetroffene und Angehörige e. V. Biberach, ausgezeichnet.

Hilfe in allen Lebenslagen

Die Arbeiterwohlfahrt gibt es in Laupheim seit 67 Jahren. Auch um 1950 sei die Awo stark damit beschäftigt gewesen, für geflohene Menschen fehlenden Hausrat zu organisieren, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Martin Gerster in seiner Laudatio. Seit einigen Jahren werde wieder verstärkt um Unterstützung angefragt, vor allem bei der Anschaffung größerer Haushaltsgüter, und auch die Kleiderkammer finde regen Zuspruch.

Heute bietet der fusionierte Ortsverein Laupheim-Schwendi wöchentliche Seniorennachmittage an und Nachbarschaftshilfe jeder Art. Er betreibt einen Gebrauchtwarenladen mit Kleidung und Hausrat, gibt Zuschüsse zu Klassenfahrten, organisiert Fastenessen, Sommerfest und Binokelturnier sowie eine Kinderferienbetreuung (einzelne Tage und eine Woche im Sommer). Die "Awo-Engel" übernehmen gegen ein geringes Entgelt vor allem Fahrdienste und helfen bei der häuslichen Pflege.

Stellvertretend für die etwa 120 Mitglieder des Ortsvereins nahmen Roland Müller, seit 20 Jahren Vorsitzender, und Helmut Polzer, der sich um Finanzen und Organisation kümmert, die Urkunde entgegen.

Von Günzburg bis zum Bodensee

Cornelia Mayer aus Burgrieden erlitt 1992 im Alter von 34 Jahren einen Schlaganfall. 1997 gründete sie die Selbsthilfegruppe, die heute fast 160 Mitglieder zählt. Bei regelmäßigen Treffen können sich Betroffene und Angehörige austauschen und informieren, außerdem gibt es Gesprächskreise an den Kliniken Biberach und Bad Buchau. Cornelia Mayer macht Hausbesuche, hilft Schlaganfallpatienten, Anträge auf Unterstützungsleistungen auszufüllen, und begleitet sie bei Behördengängen. Sie hat dafür gekämpft, dass im Biberacher Krankenhaus eine Schlaganfalleinheit eingerichtet wurde. "Ihr Einsatzgebiet reicht von Günzburg bis zum Bodensee", zog Martin Gerster den Hut.

"Wir sind schon in die Akutphase eingebunden, sitzen an den Intensivbetten", sagte Mayer. "Wir helfen mit Gesprächen, zeigen Ziele auf und wohin der Weg geht." Dabei könne der Verein auf ein großes Netzwerk von Ärzten und Therapeuten zurückgreifen.

"Es wäre vermessen zu sagen, ich mache das alles allein", betonte die Burgriederin und hob im Besonderen ihren Mann Hans-Peter hervor, Kassierer der Selbsthilfegruppe und "meine private Sozialstation".

Am 11. März 2017 feiert die Selbsthilfegruppe ihr 20-jähriges Bestehen mit einem Benefizkonzert im Kulturhaus. Es wirken mit die Allstar-Bigband des SWR, Max Greger junior und die Sängerin Ingrid Peters.

Eh­ren­na­deln für die Schmidts

Die Ehrennadel der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands haben beim Politischen Martini am Mittwoch Brigitte (m.) und Dieter Schmidt (2.v.r.) erhalten. Beide sind seit 40 Jahren Mitglied der SPD. Brigitte Schmidt war Ortsvereinsvorsitzende in Laupheim, 1996 kandidierte sie für den Landtag. Die langjährige Stadträtin und Fraktionsvorsitzende hat den Kinderschutzbund Laupheim mitgegründet und auch dort als Vorsitzende gewirkt. Darüber hinaus engagiert sie sich für das Museum und in der Flüchtlingshilfe. "Wir sind alle ganz arg stolz, dass du Sozialdemokratin bist", sagte die Landesvorsitzende Leni Breymaier (rechts) in ihrer Laudatio. Gleiches gelte für Dieter Schmidt, der ein toller Mitstreiter sei und seiner Frau immer den Rücken frei halte und stärke. Es gratulierten außerdem Ortsvereinsvorsitzender Robert Kreklau und Kreisvorsitzender Martin Gerster, MdB (von links).

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