Der Führerscheinerwerb wird ab 2027 moderner, flexibler und günstiger. Ein von der Bundesregierung beschlossener Gesetzentwurf zur Reform der Fahrschulausbildung wird jetzt im Bundestag beraten. Im Zentrum steht Flexibilisierung, Digitalisierung und mehr Bezahlbarkeit. Der Biberacher SPD-Abgeordnete Martin Gerster begrüßt den Gesetzentwurf und erwartet Verbesserungen für Fahrschülerinnen und Fahrschüler auch in der Region.

„Aktuell kostet ein Führerschein der Klasse B um die 3.500 Euro. Das ist deutlich zu viel, wenn man bedenkt, dass auch in Oberschwaben das Auto nach wie vor das wichtigste Verkehrsmittel ist“, so Martin Gerster. „Mobilität darf deshalb kein Privileg sein, sie ist Grundlage für individuelle Freiheit und Lebensgestaltung“. Wichtig ist dem Biberacher Sozialdemokraten auch, dass die von der Bundesregierung beschlossene Reform das hohe Qualifikationsniveau sowie die Verkehrssicherheit auf unseren Straßen weiterhin sichert.

Im Zentrum der Reform stehen konkrete Verbesserungen für Fahrschülerinnen und Fahrschüler. Die theoretische Ausbildung kann künftig auch vollständig digital erfolgen, der Fragenkatalog wird schlanker und stärker auf Verkehrssicherheit ausgerichtet sein. Das spart Fahrschülern auf dem Land Anfahrtswege und Kosten in den Fahrschulen. Eine neue Experimentierklausel ermöglicht es zudem, unter Anleitung nahestehender Personen zusätzliche Fahrpraxis auf öffentlichen Straßen zu sammeln und so die praktische Ausbildung zu ergänzen. Außerdem sollen künftig nicht mehr gesetzliche Vorgaben, sondern die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler über die Anzahl der Sonderfahrten entscheiden. Ergänzend werden Preise und Erfolgsquoten aller Fahrschulen auf einer zentralen Online-Datenbank veröffentlicht. So erhalten Fahrschülerinnen und Fahrschüler sowie ihre Eltern mehr Transparenz und bessere Vergleichsmöglichkeiten bei der Wahl der Fahrschule.

Martin Gerster bekräftigt: „Die Fahrausbildung verbessert sich auch durch Bürokratieabbau und mehr Flexibilität bei den Fahrschulen. Künftig können Lehrpersonen gezielter auf die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler eingehen, statt Ressourcen durch Bürokratie und starre gesetzliche Vorgaben zu binden. So wie jedes Straßennetz seine eigenen kniffligen Stellen hat, stehen auch jede Fahrschülerin, jeder Fahrschüler und jede Fahrschule vor individuellen Herausforderungen. Das greifen wir jetzt auf.“  

Martin Gerster sieht die Führerschein-Reform in einem größeren Zusammenhang: „Die Reform vereint vieles von dem, was sich die Koalition in Berlin für diese Legislaturperiode grundsätzlich vorgenommen hat. Sie baut ergebnisorientiert Bürokratie ab, gleicht Regelungen an europäische Standards an, nutzt verstärkt die Vorteile von Digitalisierung und verbessert im Ergebnis hoffentlich ganz konkret die Lebensrealität junger Menschen. Lösungsorientiert, pragmatisch und unaufgeregt – so sollten wir die vielen anderen anstehenden Reformen im Land jetzt auch angehen.“